Vereinsgeschichte

90 Jahre Vereinsgeschichte

Am 24. Februar 1922 versammelten sich auf Anregung des damaligen Hauptlehrers Alois Baronner in der Gastwirtschaft Hofberger in Tödtenried 30 Personen, um einen Zimmerstutzenverein zu gründen. Der Verein wurde zwar bereits erstmals im Jahre 1889 gegründet, aber nach einigen Jahren wieder aufgelöst. Da Tödtenried so schön zentral im Ecknachtal liegt, gab man dem Verein den Namen „Ecknachtaler“ Tödtenried. 

Die Gründungsmitglieder:
Aus Tödtenried: Franz Mayr, Alois Baronner, Matthias Ankner, Johann Asam, Anton Asam, Josef Asam, Josef Held, Ferdinand Wagner, Georg Kuhn, Georg Triebenbacher, Peter Schneider, Thomas Ankner, Anton Sailer, Johann Hofberger, Leonhard Asam, Johann Schwarzbauer, Andreas Stöttner, Xaver Obermüller, Bernhard Moser, Josef Ziegenaus, Martin Obermüller, Martin Dichtl, Xaver Amesreiter, Josef Fuchs, Martin Moser; Aus Oberhaslach: Josef Riedlberger; Aus Irschenhofen: Johann Finkenzeller; Aus Adelzhausen: Leonhard Menzinger; Aus Haunsried: Xaver Mahl; Aus Unterschröttenloh: Josef Finkenzeller

Die erste Vorstandschaftswahl war ebenfalls am 24. Februar 1922 und brachte folgendes Ergebnis: 
I. Schützenmeister: Matthias Ankner 
II. Schützenm.: Johann Finkenzeller
Vorstand: Johann Asam
Schriftführer: Alois Baronner Kassier: Andreas Stöttner

Jahresbeitrag war damals 50 Pfennig und 10 Pfennig Schussgeld.

Das erste Schießen fand am 4. März 1922 statt, an dem sich 17 Schützen beteiligten. Das Ergebnis:

1. Thomas Ankner mit 44 Ringen
2. Matthias Ankner mit 43 Ringen
3. Johann Asam, damals 15 Jahre alt,
mit ebenfalls 43 Ringen.

Die erste Ehrenscheibe wurde von Martin Obermüller gegeben und von Alois Baronner gewonnen. Seit 1929 ist der Verein Mitglied im Schützengau Altomünster. 1931 wurde zum Endschießen sogar ein Schwein geschlachtet, welches zwei Zentner wog und 75 Reichsmark kostete. Vor Kriegsanfang wurde am 12. April 1939 als letztes Übungsschießen noch ein Hochzeitsschießen durchgeführt, an dem sich 21 Schützen beteiligten. Die Hochzeitsscheibe gewann Johann Morhart. Viele Schützen mussten dem Ruf des Vaterlandes folgen und zum zweiten Weltkrieg einrücken, von dem sie nicht mehr heimkehrten. Nach einer durch die Kriegsjahre bedingten Ruhepause traten die „Ecknachtaler“ Schützen wieder an den Stand. Am 9. Dezember 1950 war das erste Königsschießen nach dem Krieg. Als Schützenkönig ging Ludwig Amesreiter hervor.

Die erste Vorstandschaft nach dem Krieg, die Wahl war am 30. November 1950, setzte sich wie folgt zusammen:

I. Schützenmeister: Franz Mayr
II. Schützenmeister: Matthias Ankner
Schriftfrührer: Johann Schwarzbauer
Kassier: Xaver Echter

Im Jahre 1955 ließ der Verein eine Schützenkette anfertigen. Das Mittelstück zeigt die Prägung der Pfarrkirche St. Katharina. Der Schützenkönig von 1955, Matthäus Finkenzeller, konnte erstmals die neue Schützenkette dem Schützenkönig 1956, Helmut Langer, überreichen. Am 20. März 1965 ist nach nur elf Schießabenden in der Schießsaison wegen Abbruchs der Gastwirtschaft das letzte Mal im bisherigen Vereinslokal Hofberger geschossen worden. Ein Jahr lang konnte überhaupt nicht mehr dem Schießsport nachgegangen werden. In der Gastwirtschaft Koppold in Kiemertshofen fanden die Schützen 1966 eine neue Herberge. Das erste Schießen war dort am 3. Dezember 1966. Acht Jahre wurde in der Gaststube zuerst an einem, später an zwei Ständen geschossen, bis am 21. Februar 1975 an der neuen Anlage im Saal mit fünf Ständen das erste Mal geschossen wurde.

Vom 24. bis 26. Juni 1983 fand ein Gründungsfest mit Fahnenweihe zum 60-jährigen Bestehen des Schützenvereins „Ecknachtaler“ Tödtenried statt. Das 2200 Menschen fassende Festzelt war bis auf den letzten Platz besetzt. Abordnungen von 73 Vereinen waren nach Tödtenried gekommen, um mit den „Ecknachtalern“ deren runden Geburtstag zu feiern. Die neue Fahne, das handgestickte Prunkstück in Grün und Gold, gefertigt im Heim für Hörgeschädigte in Hohenwart, erhielt den kirchlichen Segen. Schirmherr war der damalige I. Bürgermeister Andreas Schöfbeck, Patenverein waren die „Sielethaler“ Sielenbach. Am 11. November 1988 wurde Helga Stölzl die erste Schützenkönigin in der 65-jährigen Vereinsgeschichte der Ecknachtaler Schützen mit einem 36-Teiler. Ein großes Ereignis für den Schützenverein „Ecknachtaler“ Tödtenried und natürlich für die ganze Ortschaft war die Einweihung der „Vereinsstub‘n“ am 9. Juli 1989 nach 3-jähriger Planungs- und Fertigstellungszeit. Die 17 Bauausschussmitglieder >mussten 42 Sitzungen abhalten, um die Planungs- und Zuschussanträge zu bearbeiten. Für die 273 m² Umbaufläche im Keller der 1965 erbauten Schule in Tödtenried leisteten 78 Personen rund 4.700 freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden. Geistlicher Rat Andreas Frey gab dem „Heim für die Vereine“ den kirchlichen Segen.

Beim Eröffnungsschießen war viel Prominenz anwesend: Landtagsabgeordneter Georg Fendt, Landtagsabgeordneter Christian Knauer, Schatzmeister Gustav Dahm vom BSSB, Bürgermeister Thomas Wörle, Freiherr von Beck-Peccoz, Gauschützenmeister Michael Heitmeir vom Gau Altomünster und Schützenmeister Franz Stölzl. 

Der erste Schützenball fand am 27. Januar 1990 in der neuen Vereinsstub‘n mit Schützenkönig Hans Echter statt. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens führten die Ecknachtaler Tödtenried 1992 ein Jubiläumsschießen durch, welches Schützenmeister Franz Stölzl für sich entschied. Das 75-jährige Bestehen fand am 19. September 1998 mit einem Gottesdienst und anschließender Jubiläumsfeier in der Vereinsstub‘n statt. Die Jubiläumsscheibe gewann Harald Reiserer mit einem 14,7-Teiler. Als erster Schütze in der Vereinsgeschichte schoss Thomas Horgai eine 100er-Serie in der Saison 2000. Franz Stölzl legte nach 18 Jahren am 29.Dezember 2000 das Schützenmeisteramt nieder und Nachfolger wurde Manfred Horgai.

Vom 27. April bis 9. Mai fand anlässlich des 80-jährigen Gründungsjubiläums das 50. Gauschießen in Tödtenried statt. Beim Eröffnungsschießen war ebenfalls wieder viel Prominenz anwesend: Schirmherr und Bürgermeister Thomas Wörle, 1. Gauschützenmeister Michael Heitmeir, Ehrengauschützenmeister Georg Gschwendtner, Ehrenmitglied Matthäus Finkenzeller, 2. Bürgermeister Martin Echter, Pfarrer Eberhard Weigel, Gausportleiter Peter Haug, Ehrenschützenmeister Franz Stölzl, Schützenmeister Manfred Horgai und Johann Popfinger.

Es traten 592 Schützen an die Stände. Gauschützenkönig LG wurde mit einem 3,7-Teiler Heinz Schneele von Alpenrose Unterzeitlbach, Jungschützenkönig mit einem 6,9-Teiler Robert Wagner von Tödtenried und LP-Gauschützenkönig mit einem 17,1-Teiler Herbert Krämer ebenfalls von Alpenrose Unterzeitlbach. Die Jubiläumsscheibe der Ecknachtaler Tödtenried anlässlich des 80-jährigen Bestehens gewann Manuela Reiserer mit einem 24,3-Teiler. Meistbeteiligung hatte Gemütlichkeit Adelzhausen mit 70 Schützen. Die Adelzhausener konnten sich über eine Schlachtsau freuen. Den begehrten Gaupokal holte sich Eintracht Kleinberghofen mit 2648 Ringen. Schützenmeister Manfred Horgai ernannte auf Grund seiner besonderen Verdienste den langjährigen Schützenmeister Franz Stölzl zum Ehrenschützenmeister.

Und der Schützenverein Ecknachtaler Tödtenried e.V. heute?

Der Schützenverein zählt momentan 97 Mitglieder, davon 70 Schützen, 10 Junioren, 15 Jugendliche und 2 Schüler. Im Gau Altomünster gehören die Ecknachtaler Tödtenried in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole zu den Top-Schützen. Um die Zukunft des Vereins zu sichern, wird die Jugendarbeit ganz gross geschrieben. In erster Linie werden unsere Jugendlichen sozial, kameradschaftlich und mit Teamgeist erzogen. So ist es nicht verwunderlich dass immer wieder Titel und gute Platzierungen mit Mannschaft und Einzelwertung erreicht werden. Seit dem 40. Raiffeisenpokalschießen im Jahre 2004 sind die Ecknachtaler Schützen ungeschlagen. Ebenfalls gaben die Schützen den Pokal des Verwaltungsgemeindeschießens seit 2005 nicht aus der Hand. Der Verein nimmt an den Gaurundenwettkämpfen mit stetigem Erfolg teil. Auch das gesellige Vereinsleben kommt nicht zu kurz. Alljährlich wird ein Schützenball abgehalten, der immer sehr gut besucht ist.

Höhepunkt des Vereins wird 2012 aber das 52. Gauschießen anlässlich des 90-jährigen Gründungsjubiläums sein.

Viele ehrenamtliche Arbeit war in all den Jahren für den Erfolg des Schützenvereins Ecknachtaler Tödtenried nötig, um diesen Stand zu erreichen. Aus diesem Grund sei von dieser Stelle aus allen, die in den letzten Jahrzehnten den Verein in irgendeiner Weise gedient und unterstützt haben ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ ausgesprochen.

Möge Brauchtum und Vereinstreue zum Wohle der Jungen und Alten erhalten bleiben!